Empathie als Führungskompetenz

Förderung unternehmerischen Know-howsAls moderne Führungskraft wünschst du dir engagierte Mitarbeiter, die mitdenken und kooperieren. Damit dieser Wunsch dauerhaft erfüllt werden kann, solltest du die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter wahrnehmen und berücksichtigen. Wer sich gehört und wertgeschätzt fühlt, geht ganz selbstverständlich kooperierend und voller Tatendrang ans Werk. Hier dient die Empathie als Führungskompetenz, die dir eine motivierende Beziehung zu deinen Mitarbeitern ermöglicht. Aber was bedeutet Empathie eigentlich? Ist diese soziale Kompetenz erlernbar? All das erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet Empathie?

Empathie meint das Erkennen und Verstehen der Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen. Das impliziert auch die Bereitschaft, sich auf andere Personen einzulassen.

Es geht also erst einmal nur darum, wahrzunehmen und das Wahrgenommene zu verstehen. Da wir in unserem Alltag ganz unwillkürlich Schubladen öffnen und das Gesehene oder Erlebte dort einordnen wollen, ist es für viele eine Herausforderung, ihr Umfeld ganz ohne Bewertung wahrzunehmen.

Empathie darf nicht mit Mitgefühl verwechselt werden – obwohl diese Begriffe häufig synonym verwendet werden. Empathie als Führungskompetenz meint nicht die Gefühle, die durch das Wahrgenommene hervorgerufen werden, sondern die Fähigkeit, die Gefühle anderer zu erkennen und diese zu berücksichtigen.

Ein Beispiel gefällig?

Du begrüßt einen neuen Mitarbeiter im Team. Obwohl sich dieser im Einstellungsgespräch sehr souverän und engagiert gezeigt hat, wirkt er an seinem ersten Tag sehr angespannt und abweisend. Du bittest ihn zum Gespräch und hörst dir geduldig und ohne Bewertung an, wie es ihm geht. Indem du „zwischen den Zeilen liest“, ihm aufmerksam zuhörst und beobachtest, stellst du fest, dass er aufgrund der neuen Anstellung sehr nervös ist und befürchtet, den Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Anstatt selbst nervös und unsicher zu werden, kannst du ihm die Zuversicht zusprechen, die er benötigt, um seine Nervosität abzubauen.

Ist Empathie als Führungskompetenz erlernbar?

Mitarbeiter, die mit ihrer Führungskraft unzufrieden sind, bemängeln häufig eine fehlende Empathie. Sie fühlen sich nicht verstanden, entwickeln dadurch den Eindruck, nicht wertgeschätzt zu werden, und empfinden ihren Chef als „herzlos“. Mit der Frage „Was bedeutet Empathie?“ bist du bereits den ersten Schritt gegangen, um diesem Urteil zu entgehen. Wenn es dir schwerfällt, die Emotionen und Bedürfnisse deiner Mitarbeiter wahrzunehmen und entsprechend darauf einzugehen, kann ich dich beruhigen: Du kannst Empathie lernen.

1. Zeige dich offen und beobachte

Empathie erfordert, unvoreingenommen auf andere zuzugehen. Bewertungen und Vorurteile verhindern, dass du dein Gegenüber wirklich wahrnimmst. Löse dich daher von einem vorgefertigten Bild, das du dir eventuell schon gebildet hast, und bleibe offen für neue Wahrnehmungen. Konzentriere dich zunächst auf reine Beobachtungen. Betrachte dazu aus der Distanz, welche Gewohnheiten deine Mitarbeiter haben, wie sie arbeiten und sich in bestimmten Situationen verhalten.

2. Bekunde dein Interesse mit Fragen

In Gesprächen mit deinen Mitarbeitern solltest du zunächst aktiv zuhören und das Gehörte in deinen Worten wiederholen, um sicherzugehen, dass du es richtig verstanden hast. Dadurch signalisierst du, dass du ernsthaft Interesse an ihren Bedürfnissen und Gefühlen hast. Durch Nachfragen kannst du diese Wirkung verstärken. „Wie empfinden Sie diese Unternehmensentscheidung?“ – „Haben Sie Befürchtungen, durch diese Maßnahmen benachteiligt zu werden?“

3. Lass dir Zeit

Empathie als Führungskompetenz lässt sich nicht von heute auf morgen entwickeln. Um das empathische Denken und Handeln umzusetzen und sich von dem „Schubladendenken“ zu lösen, benötigt es oft etwas Zeit. Sei also auch geduldig mit dir selbst.

Studien konnten belegen, dass empathische Führungskräfte erfolgreicher sind als jene, die eine „Ellbogenmentalität“ an den Tag legen. Der Grund ist simpel: Empathie auf der Führungsebene fördert zufriedenere Mitarbeiter, die sich gehört und verstanden fühlen und entsprechend engagierter und leistungsfähiger sind. In diesem Sinn: Habe Mut zum empathischen Führungsstil!

Du möchtest noch mehr über den Umgang mit deinen Mitarbeitern lernen? In meinen Führungstipps findest du noch mehr Input, Kniffe und Tricks für deinen Erfolg!